Der Verpackungsmarkt in Deutschland hat nach den Rückgängen in 2019 und 2020 wieder Umsatzsteigerungen zu verzeichnen. So sind die Umsätze im letzten Jahr um 7,2% auf 19,5 Milliarden Euro gestiegen.1  Nichtsdestotrotz ist die Branche mit Herausforderungen wie der Corona-Krise, Nachhaltigkeitstendenzen, neuen Konsumentenforderungen und der disruptiven Digitalisierung konfrontiert. Diese Entwicklungen beeinflussen die unterschiedlichen Märkte stark und werden sie in den kommenden Jahren nachhaltig prägen. Auf die Verpackungsindustrie warten einschneidende Veränderungen, denn die Branche entwickelt sich immer dynamischer und komplexer.2   

Hinzu kommt noch das neue Phänomen der „Great Resignation“, welches gerade aus den USA nach Deutschland zu schwappen scheint. In den USA ist eine enorme Kündigungswelle von Arbeitnehmern auf dem Vormarsch, die durch die Corona-Krise und mangelnde Weiterentwicklungspotentiale befeuert wurde. Aktuelle Umfrageergebnisse aus Deutschland zeigen alarmierende Zahlen. 40% der rund 18.000 Befragten sind bereits aktiv auf der Suche nach einem neuen Job und 43% der Befragten sind bereit für einen Jobwechsel. Die Pandemie wirkt wie ein Katalysator dieses Phänomens und gibt den Menschen die Möglichkeit, über ihre beruflichen Prioritäten nachzudenken. Viele Arbeitnehmer fordern nun bessere Entwicklungschancen, mehr Anerkennung, höhere Löhne und flexiblere Arbeitszeiten.3

Auch in der Produktion scheinen Arbeitnehmer durch mangelnde Anerkennung und monotone Aufgaben oft frustriert zu sein. Datentransparenz in der Produktion und intelligente Fertigungslösungen können helfen, diese Frustration zu mindern. Intelligente Sensoren können Vibrationen, Temperatur, Zykluszeit und viele weitere Variablen im Zusammenhang mit der Produktionsanlage messen, um Rohdaten zu erfassen, die gewonnenen Informationen mit wichtigen KPIs zu vergleichen und so die Leistung nahezu in Echtzeit zu bewerten. Mit intelligenten Sensoren und künstlicher Intelligenz kann mehr Transparenz erreicht werden und Maschinenführer können Probleme an der Produktionslinie rechtzeitig erkennen, um unvorhergesehene Maschinenstillstände zu vermeiden und flexibler auf unerwartete Störungen zu reagieren. Das Ergebnis: Manuelle Fehler und zu lange Reaktionszeiten werden vermindert und so eine zufriedenstellendere und bessere Arbeitsschichterfahrung geschaffen.

Hersteller in der Verpackungsindustrie benötigen eine vollständig vernetzte Lösung, die alle Datenpunkte in der gesamten Anlage vereinheitlicht, um den Betrieb kontinuierlich zu evaluieren und zu verbessern. Industrie 4.0 kann dazu beitragen, Aufgaben in der Produktion zu automatisieren und die erfassten Daten zu nutzen, damit die Produktionsmitarbeiter in Echtzeit Korrekturmaßnahmen ergreifen können. Intelligente Lösungen können produzierenden Unternehmen zu mehr Flexibilität verhelfen und sie darauf vorbereiten, besser auf unvorhergesehene Situationen und Ereignisse zu reagieren.

Wir zeigen Ihnen drei Möglichkeiten, wie Industrie 4.0-Lösungen mittelständischen Herstellern in der Verpackungsindustrie helfen können, Herausforderungen zu überwinden – die durch die hohe Bereitschaft, den Beruf zu wechseln, noch zusätzlich verstärkt werden:

1. Technologien nutzen für höhere Mitarbeiterzufriedenheit

Intelligente Fertigung kann die Mitarbeiterzufriedenheit erhöhen, indem sie erfüllendere Produktionsaufgaben schafft und Arbeitslücken mit intelligenten Lösungen schließt. Industrie 4.0-Lösungen können Unternehmen dabei helfen, ihre Abläufe gegen künftige Beeinträchtigung zu stabilisieren, indem sie die Transparenz und Reaktionsfähigkeit in der Produktion erhöhen. Dabei können intelligente Fertigungslösungen nicht nur die operativen Lücken schließen, die durch den Arbeitskräftemangel entstanden sind, sondern auch ein positives Arbeitsumfeld schaffen, indem Sie den Mitarbeitern neue, aktuelle Technologie und Informationen zur Verfügung stellen.

Die Technologie kann manuelle Arbeiten reduzieren und ermöglicht es Produktionsmitarbeitern neue Skills und Fähigkeiten zu erlernen. Intelligente Fabriklösungen können Daten aus der Produktion und IIoT (Industrial Internet of Things) kombinieren und Mitarbeitern im Rahmen dessen mehr Zugang zu Schulungen gewähren. Dabei steht im Vordergrund die Verbesserung der Mitarbeiterzufriedenheit und -zusammenarbeit. Zudem können Unternehmen ein spannendes und herausforderndes Arbeitsumfeld schaffen, das neue Fachkräfte anzieht. Letztendlich dreht sich alles um das Wohlbefinden der Beschäftigten. Produzierende Unternehmen müssen ihre bestehenden und zukünftigen Arbeitsprozesse und Ressourcen optimieren, um die für den künftigen Erfolg erforderliche Agilität zu erreichen.

2. Datensilos reduzieren für steigende Wettbewerbsfähigkeit

Die deutsche Verpackungsindustrie verspürt großen Druck – sowohl von der Branche, der Konkurrenz, als auch von den Konsumenten. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Verpackungsunternehmen auf relevante Erfolgsfaktoren wie Nachhaltigkeit und Digitalisierung setzen. Industrie 4.0 kann Herstellern dabei helfen, mit ihren Mitbewerbern Schritt zu halten oder sie sogar zu übertreffen, indem sie Datensilos abbauen und alle Daten auf einer zentralen Plattform zusammenführen. Ein zentraler Datenspeicher vereinfacht den Zugang zu Informationen und ermöglicht es den Unternehmen, einen besseren Überblick über ihren Bestand, die Bestellungen der Zulieferer und den Fortschritt des Produktionsprozesses zu behalten.

Silo-Infrastrukturen erschweren Verbesserungsmaßnahmen, da relevante Informationen isoliert in den einzelnen Abteilungen oder Systemen liegen. Wenn Hersteller Mitarbeiter und Führungskräfte befähigen wollen, agile Entscheidungen zu treffen, müssen sie einen Zugriff in Echtzeit auf wichtige Informationen sowie die technologischen Tools bereitstellen. Das Aufbrechen von Datensilos kann zu einer besseren Entscheidungsfindung im gesamten Unternehmen führen, da die Daten für alle Stakeholder leicht zugänglich gemacht werden. Mit Hilfe der intelligenten Fertigung können produzierende Unternehmen die Anforderungen der Konsumenten besser befriedigen und ihre Arbeitspläne an die Nachfragespitzen anpassen. Big Data und Analysetools sind hier ein mögliches Instrumentarium, mit welchem die produzierenden Organisationen flexibel auf Marktveränderungen und Kundenbedürfnisse reagieren und Einfluss nehmen können.

3. Produktion digitalisieren für mehr Nachhaltigkeit

Wie bereits erwähnt, werden sowohl Verbraucher als auch Arbeitnehmer immer umweltbewusster. Industrie 4.0 Lösungen können dazu beitragen, den Abfall in der Verpackungsindustrie drastisch zu reduzieren. In dieser Branche besteht ein hohes Potenzial für Produktverschwendung aufgrund von Produktionsfehlern und langen Durchlaufzeiten von der Erstellung bis zur Endverpackung für den Verbraucher. So sind beispielsweise bis zu einem Drittel der Rückrufe von Lebensmitteln auf Druckfehler aufgrund falscher oder fehlender Allergeninformationen zurückzuführen.

Mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit kann Industrie 4.0 durch die geringere Fehleranfälligkeit Unternehmen dabei helfen, umweltfreundlichere Materialien mit anspruchsvolleren Designs zu verarbeiten, ohne die Produktion zu verlangsamen. Industrie 4.0-Lösungen können auch bei der Qualitätskontrolle in jedem Prozessschritt helfen. E-Commerce und die globale Auslieferung von Produkten haben die Komplexität von Verpackungsvorgängen zusätzlich erhöht, und Unternehmen müssen intelligentere Methoden anwenden, um Schritt zu halten und ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

Ausblick

Die Verpackungsindustrie ist eine treibende Kraft in der Weltwirtschaft, da sie dafür sorgt, dass Waren sicher aufbereitet und schnell von den Lagerhäusern zu den Verbrauchern nach Hause transportiert werden können. Der durch die Pandemie ausgelöste Boom des elektronischen Handels stellt die Verpackungsindustrie vor mehr Herausforderungen und Chancen als je zuvor.

Gleichzeitig hat die Ankunft der „Great Resignation“ in Deutschland neue Herausforderungen mit sich gebracht. Diese neuen Gegebenheiten zwingen Verpackungshersteller dazu, kreativ zu werden und nach Wegen zu suchen, neue, rentablere Geschäfts- und Betriebsmodelle zu entwickeln, ohne die betriebliche Effizienz zu beeinträchtigen. Der Einsatz von Industrie-4.0-Lösungen kann Unternehmen dabei unterstützen, diese neuen Herausforderungen erfolgreich zu meistern.

Außerdem befindet sich die globale Verpackungsindustrie in stetigem Wandel. Hersteller müssen sich weiterentwickeln und kosteneffizientere und verbraucherfreundlichere Verpackungen kreieren, um auf dem Markt mitthalten zu können. Unternehmen, die Industrie 4.0 Potentiale nutzen, können schneller und intelligenter agieren, Ressourcen einsparen und gleichzeitig in einer Branche, in welcher schnelles Handeln substanziell ist, flexibel bleiben.

Über FactoryEye

FactoryEye ist eine Integrations-, Analytik- & Digitalisierungsplattform, die mittelständischen Herstellern die Optimierung ihrer Betriebsabläufe ermöglicht. Die Lösung eliminiert Datensilos und schafft einen unternehmensweiten Zugriff auf alle Datenquellen, indem Daten aus allen geschäftsrelevanten Systemen in einem Cloud-basierten Data-Lake gesammelt und strukturiert werden. Durch die anschließende Datenanalyse und Visualisierung in Dashboards versetzt FactoryEye produzierende Unternehmen in die Lage, ihre Fertigung kontinuierlich zu verbessern. Eine 360-Grad Sicht auf alle Unternehmens- und Maschinendaten in Echtzeit stellt die Grundlage für datenbasierte Instandhaltungsmaßnahmen und Industrie 4.0 Initiativen dar. Mehr erfahren …

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1:https://www.neue-verpackung.de/markt/branchenkonjunktur-der-papier-und-folienverarbeitung-2021-302.html

2:https://bp-consultants.de/diese-top-trends-praegen-die-verpackungsindustrie/#:~:text=Die%20Entwicklungen%20beeinflussen%20und%20generieren,dynamischer%20%E2%80%93%20Stabilit%C3%A4t%20wird%20zum%20Fremdwort

3:https://www.westpress.de/blog/great-resignation-in-deutschland-hype-oder-grund-zur-sorge/